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Kompression gehört zu den wichtigsten konservativen Therapien beim Lipödem. Sie unterstützt viele Patientinnen dabei, Beschwerden wie Schmerzen und Schwellungen besser zu bewältigen und kann das Gewebe entlasten – was sich positiv auf die Lebensqualität im Alltag auswirken kann. Auch wenn sie das Lipödem nicht heilt, ist die Kompressionstherapie für viele Patientinnen ein verlässlicher Begleiter.

Doch was genau bewirkt das Tragen von Kompressionsstrümpfen oder Kompressionskleidung? Die Antwort liegt in der stabilisierenden Wirkung auf das Gewebe, der Linderung typischer Beschwerden und der Unterstützung des Lymphflusses. Zahlreiche Betroffene berichten, dass sich ihre Beine mit Kompression leichter und geordneter anfühlen.

Warum Kompression beim Lipödem so wirksam ist

Beim Lipödem liegt eine chronische Fettverteilungsstörung im Unterhautfettgewebe vor. Die Erkrankung zeigt sich durch eine symmetrische Fettvermehrung – meist an Beinen, Oberschenkeln, Hüfte oder Armen. Das betroffene Gewebe ist weicher, empfindlicher und neigt zu Mikroödemen, Hämatomen und Berührungsschmerzen.

Studien und klinische Erfahrung zeigen: Kompression wirkt genau dort, wo Probleme entstehen – im Spannungs- und Druckverhältnis des Gewebes. Der äußere Druck unterstützt Strukturen, die durch das Lipödem belastet sind.

5 zentrale Wirkungen der Kompressionstherapie

1. Weniger Schmerzen durch Stabilisierung des Gewebes

Durch den kontrollierten Druck von außen wird das überdehnte, empfindliche Fettgewebe stabilisiert. Dies reduziert die Reibung der Strukturen im Gewebe. Druck- und Berührungsschmerzen können spürbar abnehmen. Viele Patientinnen mit Lipödem beschreiben ein Gefühl von Halt und Entlastung.

2. Reduktion von Schwellungen und Flüssigkeitsansammlungen

Kompression kann den venös-lymphatischen Rückfluss aktiv unterstützen:

  • Lymphflüssigkeit wird effizienter abtransportiert
  • Stauungen im Gewebe werden reduziert
  • Das Spannungsgefühl in den Extremitäten lässt nach
  • Entstauung wird gefördert

Das ist besonders wichtig, da beim Lipödem häufig Flüssigkeit im Gewebe verbleibt. Der verbesserte Lymphfluss entlastet die Gliedmaßen merklich.

3. Verbesserte Durchblutung und Temperaturregulation

Eine gut angepasste Kompressionsversorgung kann eine gleichmäßigere Durchblutung in den betroffenen Bereichen fördern. Dies hilft, das häufige Kältegefühl in den Beinen zu verringern und die Mikrozirkulation zu stabilisieren. Blut und Lymphflüssigkeit können besser zirkulieren.

4. Unterstützung bei Bewegung und Sport

Mit Kompression berichten viele Betroffene, dass sie sich während körperlicher Aktivität belastbarer fühlen. Sport wird angenehmer, weil:

  • Das Gewebe weniger schmerzt
  • Bewegungen kontrollierter möglich sind
  • Schwellungen nach dem Training geringer ausfallen
  • Die Gewebestabilität während der Belastung erhöht ist

Dies ist wichtig, da regelmäßige Bewegung laut modernem Forschungsstand die Fettzellen positiv beeinflussen und das Gewebe langfristig stabilisieren kann. Kompression macht Lipödem-Therapie mit Sport praktikabler.

5. Weniger Hämatome und blaue Flecken

Kompression kann die Neigung zu Hämatomen deutlich reduzieren. Der äußere Druck schützt kleine Gefäße in der Haut und im Unterhautgewebe. Die Kapillarfragilität – also die Anfälligkeit der feinen Blutgefäße – kommt weniger stark zum Tragen.

Welche Kompressionsstrümpfe bei Lipödem? Rundstrick vs. Flachstrick

Bei der Kompressionsversorgung unterscheidet man hauptsächlich zwei Arten:

Merkmal Rundstrick Flachstrick
Passform Serienmäßig, elastisch Nach Maß, fester
Druck Gleichmäßig, mittlerer Druck Stärker, gezielter Druck
Anwendung Leichtere Stadien, Prävention Fortgeschrittene Stadien, nach Liposuktion
Material Weicher, dehnbarer Robuster, flachgestrickt

Für die Therapie von Lipödemen werden in der Regel flachgestrickte, medizinische Kompressionsstrümpfe empfohlen. Diese zeichnen sich durch eine geringere Elastizität aus als rundgestrickte Strümpfe und bieten dadurch eine stabilere und gezieltere Kompression. Das ist besonders wichtig, um das empfindliche Fettgewebe effektiv zu stützen und Schwellungen sowie Flüssigkeitsansammlungen nachhaltig zu reduzieren.

Im Gegensatz dazu erlauben rundgestrickte Strümpfe durch ihre lockereren Maschen eine Volumenzunahme im Gewebe, was zu einem Verlust der Kompressionswirkung führen kann. Sie kommen daher eher bei leichteren Beschwerden oder zur Prävention zum Einsatz.

Die Wahl zwischen Rundstrick und flachgestrickter Kompression hängt vom Stadium des Lipödems, der individuellen Gewebestruktur und den spezifischen Beschwerden ab. Eine professionelle Beratung und passgenaue Anpassung sind entscheidend, um den optimalen Therapieerfolg zu gewährleisten und den Tragekomfort zu maximieren.

Kompression ersetzt keine ursächliche Lipödem Therapie

Es ist wichtig zu verstehen: Kompression beseitigt das Lipödem nicht. Die krankhaften Fettzellen bleiben bestehen. Die Fettverteilungsstörung wird durch Kompressionsstrümpfe nicht rückgängig gemacht.

Dennoch ist die Kompressionstherapie eine essenzielle Basistherapie – vor allem vor einer möglichen Liposuktion. Sie hilft, um:

  • Das Fortschreiten der Beschwerden zu verlangsamen
  • Den Alltag spürbar zu entlasten
  • Schmerzen bis zur nächsten Behandlungsstufe besser zu kontrollieren
  • Die Lebensqualität zu erhalten

Kompression ist damit ein wichtiger Bestandteil des Therapiekonzepts – aber meist nicht die alleinige Lösung. Sie ist Teil eines ganzheitlichen Behandlungsplans, der auch Ernährung, Bewegung und gegebenenfalls operative Maßnahmen wie die Liposuktion umfasst.

Für eine sichere Diagnose und die weiteren Behandlungsschritte empfehlen wir Ihnen, sich vertrauensvoll an unsere erfahrenen Spezialisten zu wenden. Welcher Arzt bei Lipödem der richtige Ansprechpartner ist, hängt ganz individuell von Ihrem persönlichen Fall ab. Gemeinsam finden wir den besten Weg für Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden.

Tipps für den Alltag mit Kompression

  • Konsequent tragen
    Kompressionsstrümpfe wirken nur, wenn sie regelmäßig getragen werden. Tägliches Tragen – besonders bei längerer Belastung oder im Sommer – ist entscheidend.
  • Richtige Pflege
    Waschen Sie Ihre Kompressionsstrümpfe nach Herstellerangaben. So bleibt die Elastizität und damit die Wirkung erhalten.
  • Anziehhilfen nutzen
    Besonders bei flachgestrickten Strümpfen können Anziehhilfen das Anlegen erleichtern und die Stoffe schonen.
  • Kombination mit anderen Maßnahmen
    Kompression entfaltet ihre beste Wirkung in Kombination mit manueller Lymphdrainage, Bewegung und einer angepassten Ernährung.

Wie PANTEA Health Sie bei Ihrer Kompressions Versorgung begleitet

In unserer spezialisierten Lipödem-Praxis in München beraten wir Sie individuell zu:

  • Geeigneten Kompressionsklassen für Ihre Symptome
  • Rundstrick- versus Flachstrickversorgung je nach Stadium
  • Professioneller Anpassung und Pflege Ihrer Strümpfe
  • Kombination mit Bewegung, Ernährung und weiteren konservativen Maßnahmen
  • Vorbereitung auf eine mögliche Lipödem-OP (Liposuktion)

Eine präzise Auswahl und professionelle Anpassung entscheiden darüber, wie angenehm und wirksam Ihre Kompression wirklich ist. Wir nehmen uns Zeit für Ihre Fragen und entwickeln gemeinsam mit Ihnen einen Therapieplan, der zu Ihrem Leben passt.

Kompression ist mehr als nur ein medizinisches Hilfsmittel – sie ist ein zuverlässiger Begleiter auf Ihrem Weg zu mehr Leichtigkeit und Wohlbefinden.


Sie haben Fragen zur Kompressionstherapie oder möchten sich umfassend zum Thema Lipödem-Behandlung beraten lassen?
Vereinbaren Sie einen Termin in unserer Praxis in München. Wir begleiten Sie mit Fachkompetenz und Empathie auf Ihrem Weg zu mehr Lebensqualität.

PANTEA Health – Ihre Spezialisten für Lipödem Behandlung in München


Häufige Fragen zur Kompression bei Lipödem

Was bewirkt Kompression konkret bei Lipödem?

Kompression stabilisiert das Gewebe, reduziert Schmerzen und Schwellungen, verbessert den Lymphabfluss und mindert die Neigung zu Hämatomen. Sie macht den Alltag spürbar angenehmer, heilt das Lipödem aber nicht.

Welche Kompressionsklasse ist bei Lipödem richtig?

Die Wahl hängt vom Stadium und den Beschwerden ab. Meist kommen Klasse 2 oder 3 zum Einsatz. Eine individuelle Anpassung durch Fachpersonal ist entscheidend für die Wirksamkeit.

Kann ich auf Kompression verzichten?

Kompression ist keine Pflicht, wird aber dringend empfohlen. Ohne Kompression können Beschwerden schneller fortschreiten. Viele Patientinnen berichten von deutlich mehr Lebensqualität mit konsequenter Kompressionstherapie.

Hilft Kompression auch im Sommer?

Ja. Moderne Kompressionsstrümpfe sind atmungsaktiv und in leichten Stoffen erhältlich. Gerade im Sommer, wenn Beine zu Schwellungen neigen, ist Kompression besonders wertvoll.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für Kompression?

Ja, bei medizinischer Notwendigkeit und ärztlicher Verordnung übernehmen gesetzliche Krankenkassen die Kosten für Kompressionsstrümpfe – meist mit einem geringen Eigenanteil. Wir beraten Sie gerne zu den Möglichkeiten.


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