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Die Antibabypille steht im Verdacht, bei Frauen mit genetischer Veranlagung zum Lipödem als Auslöser zu wirken oder einen bestehenden Lipödem-Schub verstärken. Hormone nehmen eine bedeutsame Rolle bei der Entstehung und Verschlechterung dieser chronischen Fettverteilungsstörung ein, besonders in Phasen hormoneller Umstellungen wie der Pubertät, Schwangerschaft oder der Einnahme hormoneller Verhütungsmittel.

Warum Veränderungen im Hormonspiegel das Lipödem beeinflussen

Ein Lipödem zeigt sich häufig in Zeiten hormoneller Umbruchphasen. Die Pubertät, Schwangerschaft, Wechseljahre und die Einnahme der Pille gehören zu den häufigsten Auslösern. Dabei steht das Lipödem in einer engen Verbindung mit dem Hormonhaushalt, insbesondere mit Östrogen, Progesteron und Testosteron. Diese Hormone können die Fettverteilung und das Wachstum der Fettzellen beeinflussen, wodurch sich die Symptome des Lipödems sowohl verstärken als auch abschwächen können.

Die genauen Ursachen des Lipödems sind noch nicht vollständig erforscht. Aktuelle Studien zeigen jedoch, dass Fettstammzellen bei Lipödem-Patientinnen anders reagieren als bei gesunden Frauen. Das lipödematöse Fettgewebe ist hormonell aktiv und weist eine veränderte Empfindlichkeit gegenüber Östrogenen auf. Dabei wird kein Hormonmangel angenommen, sondern vielmehr eine hormonelle Dysregulation auf Gewebeebene.

Diese veränderte Reaktionslage des Fettgewebes kann das krankhafte Wachstum, die Entzündungsneigung und die Schmerzsymptomatik beim Lipödem begünstigen. Das erklärt, warum das Lipödem nicht durch Diäten oder rein hormonelle Therapien beeinflussbar ist, sondern eine individuell abgestimmte, ganzheitliche Behandlung erfordert.

Hormonelle Verhütung: Wie die Pille das Lipödem beeinflusst

Die Antibabypille kann bei vielen Frauen mit Lipödem wie ein Verstärker wirken. Wo zuvor kaum oder keine Beschwerden spürbar waren, können sich nach Beginn der hormonellen Verhütung Veränderungen zeigen, die das Wohlbefinden beeinflussen:

  • Eine erhöhte Empfindlichkeit in Beinen und Armen
  • Deutlichere Schwellungen im betroffenen Fettgewebe
  • Schmerzen, die vorher nicht vorhanden waren
  • Eine sichtbare Gewichtszunahme, obwohl sich die Ernährung nicht verändert hat

Diese Veränderungen entstehen, weil die synthetischen Hormone der Pille den ohnehin empfindlichen Hormonhaushalt zusätzlich beanspruchen. Bei einer bestehenden genetischen Veranlagung kann die Einnahme der Pille den Ausbruch der Erkrankung begünstigen oder einen Lipödem-Schub auslösen. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass jede Frau individuell auf die hormonelle Veränderung reagiert und nicht jede dieselben Erfahrungen macht.

Absetzen der Pille: Was passiert im Körper?

Viele Patientinnen berichten nach dem Absetzen der Pille von ganz unterschiedlichen Erfahrungen. Der Körper benötigt eine gewisse Zeit, um den natürlichen Hormonhaushalt behutsam wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Mögliche Veränderungen nach dem Absetzen:

  • Der Hormonhaushalt reguliert sich allmählich und sanft
  • Schwellungen können sich nach und nach verringern
  • Die Symptome können sich stabilisieren
  • Bei einigen Betroffenen zeigt sich subjektiv eine spürbare Verbesserung der Beschwerden

Die oft gestellte Frage „Wird man dick, wenn man die Pille absetzt?“ lässt sich nicht pauschal beantworten. Eine Gewichtszunahme nach dem Absetzen ist meist nicht direkt auf die Pille zurückzuführen, sondern hängt von individuellen Faktoren wie Stoffwechsel, Ernährung und Bewegung ab. Vertrauen Sie darauf, dass Ihr Körper seinen eigenen, natürlichen Rhythmus findet und sich positiv einstellen kann.

5 schonende Verhütungsmethoden bei Lipödem

Frauen mit Lipödem oder einer familiären Veranlagung wird empfohlen, alternative Verhütungsmethoden in Erwägung zu ziehen. Hormonfreie Optionen wie Kondome, Kupferspirale oder Kupferkette schonen den Körper und sind für Frauen mit Lipödem oft die bessere Wahl. Sie beeinflussen den Hormonhaushalt nicht und können somit dazu beitragen, das Risiko einer Verschlechterung der Lipödemerkrankung zu minimieren.

Verhütungsmethode Hormonfrei Eignung bei Lipödem
Kupferkette Sehr gut geeignet
Kupferspirale Sehr gut geeignet
Goldspirale Sehr gut geeignet
Natürliche Verhütung Gut geeignet bei Disziplin
Kondome Gut geeignet
Antibabypille Nicht empfohlen

Wir empfehlen Ihnen, offen und vertrauensvoll mit Ihrem Frauenarzt über Ihre persönliche Situation zu sprechen. Teilen Sie mit, wenn Lipödem in Ihrer Familie bekannt ist – auch wenn bei Ihnen selbst noch keine Symptome erkennbar sind. Wichtig ist dabei, einen Arzt zu finden, der sich mit der Erkrankung auskennt und Ihre Sorgen ernst nimmt. Ein verständnisvoller Arzt wird Ihre Bedenken bezüglich hormoneller Verhütung nachvollziehen und gemeinsam mit Ihnen die beste Option finden. Falls Sie unsicher sind, welcher Arzt bei Lipödem der richtige Ansprechpartner ist, unterstützen wir Sie gerne mit unserer Expertise.

Ganzheitlicher Blick auf Hormone und Fettgewebe

Das Fettgewebe ist weit mehr als nur ein Energiespeicher – es ist ein lebendiges Organ, das Hormone produziert und unseren gesamten Stoffwechsel beeinflusst. Bei Lipödem-Patientinnen zeigt sich dieser Prozess in besonderer Weise gestört:

  • Adiponektin: Dieses wichtige Hormon steuert den Fett- und Zuckerstoffwechsel. Bei Lipödem ist seine Balance verändert, was Auswirkungen auf den gesamten Organismus haben kann.
  • Leptin: Als sogenanntes „Sättigungshormon“ reguliert Leptin unser Hungergefühl. Bei Lipödem-Fettzellen ist der Leptinspiegel erniedrigt, was das Essverhalten beeinflussen kann.
  • Interleukin-8: Dieser Entzündungsmarker ist erhöht und weist auf anhaltende, chronische Entzündungsprozesse im Gewebe hin.

Diese besonderen Veränderungen verdeutlichen, dass das Fettgewebe bei Lipödem anders „tickt“ als gesundes Fett. Es lässt sich nicht einfach durch Diät oder Sport beeinflussen und reagiert besonders sensibel auf hormonelle Schwankungen. Dieses Verständnis öffnet den Blick für einen ganzheitlichen Umgang mit der Erkrankung, der Körper und Seele gleichermaßen berücksichtigt.

Was Sie für sich tun können

Auch wenn Sie die genetische Veranlagung nicht beeinflussen können, liegt es in Ihrer Hand, den Verlauf positiv zu gestalten:

  • Bewusster Verzicht auf hormonelle Verhütung: Entscheiden Sie sich für schonende, hormonfreie Alternativen, die Ihren Körper entlasten
  • Sanfte konservative Therapien: Manuelle Lymphdrainage und Kompressionsbehandlungen können Ihre Beschwerden lindern und das Wohlbefinden steigern
  • Nährstoffreiche, entzündungshemmende Ernährung: Unterstützen Sie Ihren Körper mit Lebensmitteln, die Entzündungen entgegenwirken und Ihre Gesundheit fördern
  • Regelmäßige, sanfte Bewegung: Aktivieren Sie Ihren Stoffwechsel und stärken Sie Körper und Geist durch passende sportliche Aktivitäten
  • Achtsame Stressbewältigung: Reduzieren Sie chronischen Stress, um Ihr hormonelles Gleichgewicht zu unterstützen und Ihr inneres Wohlgefühl zu fördern

Diese wertvollen Maßnahmen heilen das Lipödem zwar nicht, doch sie können das Fortschreiten verlangsamen und Ihre Lebensqualität nachhaltig verbessern.


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Häufig gestellte Fragen

Welche Rolle spielen Gestagene in der Antibabypille bei Lipödem?

Einige Pillenpräparate enthalten Gestagene, die androgen wirken können, während andere entwässernd wirken. Diese unterschiedlichen Wirkungen können bei Frauen mit Lipödem zu variierenden Beschwerden führen, beispielsweise verstärkte Wassereinlagerungen oder Veränderungen in der Fettverteilung.

Warum kann die Einnahme der Pille zu Wassereinlagerungen und einer Verschlechterung der Fettverteilung führen?

Die synthetischen Hormone in der Pille können den Hormonhaushalt beeinflussen und bei manchen Frauen zu vermehrten Wassereinlagerungen führen. Dies kann die Fettverteilung verschlechtern und die typischen Lipödem-Symptome wie Schwellungen und Schmerzen verstärken.

Was sollten Lipödem-Patientinnen beachten, wenn die Pille aus medizinischen Gründen notwendig ist?

Wenn die Einnahme der Pille medizinisch erforderlich ist, sollten Betroffene eine enge Betreuung durch Gynäkologen und Lipödem-Spezialisten in Anspruch nehmen. So kann die Behandlung individuell angepasst und mögliche negative Auswirkungen auf das Lipödem frühzeitig erkannt und behandelt werden.


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