Wer über eine Brustvergrößerung nachdenkt, steht schnell vor einer überraschend großen Auswahl. Implantate unterscheiden sich in der Oberfläche, in der Zusammensetzung des Silikongels, in der Form und in der Größe – und jede dieser Eigenschaften beeinflusst das spätere Ergebnis und das Komplikationsrisiko. Dieser Überblick erklärt die wichtigsten Implantatarten, wie sie sich unterscheiden und warum sich die Empfehlungen in den letzten Jahren verändert haben.
Das Wichtigste in Kürze
- Vier Unterscheidungsmerkmale prägen jedes Brustimplantat: Oberfläche (glatt oder texturiert), Gel-Zusammensetzung, Form (rund oder anatomisch) und Größe.
- Glattwandige Implantate werden heute häufiger gewählt als früher, weil sie mit einer niedrigeren Komplikationsrate verbunden sind.
- Texturierte (raue) Implantate in Tropfenform waren lange Standard, gelten heute aber als zurückhaltender einzusetzen, da die raue Oberfläche immunologische Reaktionen im Körper begünstigen kann.
- Runde, glatte Implantate mit weichem Gel können sich in submuskulärer Lage und im Stehen optisch einer Tropfenform annähern.
- Welches Implantat im Einzelfall passt, hängt von Körperbau, Gewebe und Wunschergebnis ab und gehört in eine persönliche ärztliche Beratung.
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Dr. med. Maria Wetzel, Fachärztin für Plastische & Ästhetische Chirurgie, erklärt die Unterschiede zwischen den Brustimplantat-Arten.
Wonach unterscheiden sich Brustimplantate?
Die Vielfalt an Brustimplantaten wirkt auf den ersten Blick unübersichtlich. Tatsächlich lässt sie sich auf vier zentrale Merkmale herunterbrechen, die jedes Implantat beschreiben.
Diese vier Eigenschaften bestimmen, wie ein Implantat aussieht, wie es sich anfühlt und welche Risiken damit verbunden sind:
- Oberfläche: Die Außenhülle ist entweder glatt oder texturiert (aufgeraut). Dieses Merkmal hat in der medizinischen Diskussion der letzten Jahre die größte Bedeutung gewonnen.
- Füllmaterial: Die meisten modernen Implantate sind mit einem Silikongel gefüllt, dessen Festigkeit je nach Hersteller variiert. Daneben gibt es kochsalzgefüllte Implantate.
- Form: Implantate sind entweder rund oder anatomisch geformt – Letztere ahmen mit ihrer Tropfenform den natürlichen Verlauf der Brust nach.
- Größe: Das Volumen wird in Kubikcentimetern angegeben und individuell auf Körperbau und Wunschergebnis abgestimmt.
In der Beratung werden diese Merkmale nicht isoliert betrachtet, sondern in Kombination – denn erst das Zusammenspiel ergibt das spätere Ergebnis.
Glatte und texturierte Oberfläche
Das wohl wichtigste Unterscheidungsmerkmal ist die Oberfläche der Implantathülle. Hier hat sich die fachliche Einschätzung in den vergangenen Jahren deutlich verschoben.
Texturierte Implantate – früher Standard
Über lange Zeit wurden überwiegend Implantate mit einer rauen Oberfläche eingesetzt. Sie hatten meist die sogenannte Tropfenform, waren also anatomisch geformt. Die Aufrauung sollte dem Implantat besseren Halt im Gewebe geben und ein Verrutschen verhindern.
Von diesem Ansatz ist man inzwischen ein Stück weit zurückgegangen. Nach Einschätzung von Dr. med. Maria Wetzel, Fachärztin für Plastische und Ästhetische Chirurgie, weiß man heute, dass an einer solchen rauen Oberfläche immunologische Prozesse im Körper ablaufen können, die nicht als gesund eingestuft werden. Diese Beobachtung ist einer der Hauptgründe für das Umdenken in der Implantatwahl.
Glattwandige Implantate – heute häufiger gewählt
Heute greift man eher wieder zu glattwandigeren Implantaten. Der entscheidende Vorteil liegt in der niedrigeren Komplikationsrate, die mit dieser Oberfläche verbunden ist. Aus diesem Grund bieten sich in vielen Fällen runde, glatte Implantate an.
Kurz zusammengefasst
- Texturierte (raue) Implantate waren lange Standard, vor allem in Tropfenform.
- Heute werden glattwandige Implantate häufiger bevorzugt, weil sie mit einer niedrigeren Komplikationsrate einhergehen.
- Der Grund für das Umdenken: An rauen Oberflächen können immunologische Prozesse begünstigt werden.
Runde und anatomische Form
Neben der Oberfläche unterscheidet sich auch die Form der Implantate – und beide Eigenschaften hängen in der Praxis zusammen.
Anatomische Implantate haben eine Tropfenform: Sie sind oben flacher und unten voller, ähnlich dem natürlichen Verlauf einer Brust. Klassischerweise waren diese Implantate texturiert.
Runde Implantate sind oben und unten gleichmäßig geformt. Sie sind heute häufig die erste Wahl, weil sie sich gut mit der bevorzugten glatten Oberfläche kombinieren lassen.
Ein für viele überraschender Punkt: Ein rundes, glattes Implantat führt nicht zwangsläufig zu einem „runden“ Ergebnis. Implantate mit einem weichen Gel – die genaue Beschaffenheit ist herstellerabhängig – können sich bei submuskulärer Lage (also Platzierung unter dem Brustmuskel) und im Stehen optisch einer Tropfenform annähern. Die Schwerkraft formt das weiche Gel dann in eine natürlich wirkende Kontur.
Womit sind Brustimplantate gefüllt?
Die Zusammensetzung des Füllmaterials beeinflusst maßgeblich, wie sich die Brust anfühlt und wie sich das Implantat im Körper verhält.
Die meisten heute verwendeten Implantate enthalten ein Silikongel. Dessen Festigkeit ist nicht bei allen Produkten gleich, sondern variiert je nach Hersteller. Ein weicheres Gel fühlt sich natürlicher an und kann sich – wie oben beschrieben – der Körperhaltung anpassen. Ein festeres Gel hält die vorgegebene Form stabiler.
Daneben gibt es kochsalzgefüllte Implantate, die mit einer sterilen Salzlösung befüllt werden. Sie spielen in der heutigen Praxis eine deutlich kleinere Rolle als Silikongel-Implantate, unter anderem weil sich Silikongel in Haptik und Kontur meist natürlicher verhält.
Die Wahl des richtigen Gels ist damit kein reines Detail, sondern ein Faktor, der direkt über Haptik und optisches Ergebnis mitentscheidet.
Warum sich die Empfehlungen verändert haben
Die Verschiebung von texturierten Tropfenimplantaten hin zu glatten, runden Implantaten ist kein modischer Trend, sondern eine Folge medizinischer Erkenntnisse.
Im Zentrum steht die Beobachtung, dass raue Implantatoberflächen immunologische Reaktionen im umliegenden Gewebe begünstigen können. International wird dieser Zusammenhang unter dem Stichwort der Implantat-assoziierten Veränderungen diskutiert; einige Gesundheitsbehörden und Fachgesellschaften haben in den vergangenen Jahren entsprechende Sicherheitshinweise veröffentlicht. Genau diese Entwicklung erklärt, warum heute in vielen Praxen wieder glattwandige Implantate mit niedrigerer Komplikationsrate bevorzugt werden.
Für Patientinnen bedeutet das vor allem eines: Die Implantatwahl ist eine sicherheitsrelevante Entscheidung, die gemeinsam mit einer erfahrenen Ärztin oder einem Arzt getroffen werden sollte – auf Basis des aktuellen Wissensstands.
Wie das passende Implantat ausgewählt wird
Welches Implantat im Einzelfall geeignet ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Die vier Merkmale – Oberfläche, Füllung, Form und Größe – werden immer im Zusammenhang mit den individuellen Voraussetzungen betrachtet.
Eine fundierte Auswahl berücksichtigt unter anderem:
- Den vorhandenen Körperbau und die Proportionen, damit das Ergebnis stimmig wirkt.
- Die Beschaffenheit des eigenen Gewebes, die mitbestimmt, welche Größe und Platzierung sinnvoll sind.
- Die Implantatlage – über oder unter dem Brustmuskel – die das optische Ergebnis und das Verhalten des Gels beeinflusst.
- Das gewünschte Ergebnis, also wie natürlich oder ausgeprägt die Veränderung ausfallen soll.
Diese Abwägung gehört in ein persönliches Beratungsgespräch. Erst dort lässt sich klären, welche Kombination der Eigenschaften zu den eigenen Voraussetzungen und Wünschen passt.
Wenn Sie wissen möchten, wie eine Brustvergrößerung mit Implantaten konkret abläuft, finden Sie auf der entsprechenden Behandlungsseite weiterführende Informationen. Für alle, die einen Brustaufbau ohne Implantat in Betracht ziehen, kann auch die Brustvergrößerung mit Eigenfett eine Alternative sein.
Das richtige Brustimplantat ist eine individuelle Entscheidung
Brustimplantate unterscheiden sich in Oberfläche, Füllung, Form und Größe und gerade bei der Oberfläche hat sich die Empfehlung klar in Richtung glattwandiger, runder Implantate mit niedrigerer Komplikationsrate verschoben. Welche Kombination im Einzelfall sinnvoll ist, ergibt sich erst aus den persönlichen Voraussetzungen.
Wenn Sie Ihre individuellen Möglichkeiten klären möchten, vereinbaren Sie ein persönliches Beratungsgespräch bei PANTEA Health in München.
Häufige Fragen zu den verschiedenen Arten von Brustimplantaten
Welche Brustimplantate gibt es?
Brustimplantate unterscheiden sich in vier Merkmalen: der Oberfläche (glatt oder texturiert), dem Füllmaterial (meist Silikongel unterschiedlicher Festigkeit), der Form (rund oder anatomisch/tropfenförmig) und der Größe. Diese Eigenschaften werden für jede Patientin individuell kombiniert.
Sind glatte oder texturierte Implantate besser?
Glattwandige Implantate werden heute häufiger gewählt, weil sie mit einer niedrigeren Komplikationsrate verbunden sind. Texturierte Oberflächen waren lange Standard, gelten heute jedoch als zurückhaltender einzusetzen, da sie immunologische Reaktionen im Gewebe begünstigen können. Welche Variante im Einzelfall geeignet ist, klärt die ärztliche Beratung.
Was ist der Unterschied zwischen runden und anatomischen Implantaten?
Anatomische Implantate haben eine Tropfenform und sind unten voller als oben, ähnlich dem natürlichen Brustverlauf. Runde Implantate sind gleichmäßig geformt. Ein weiches, rundes Implantat kann sich in submuskulärer Lage und im Stehen optisch einer Tropfenform annähern.
Verändert sich die Form eines runden Implantats im Stehen?
Ja, das ist möglich. Implantate mit einem weichen Gel können sich bei einer Platzierung unter dem Brustmuskel und im Stehen durch die Schwerkraft in eine tropfenähnliche, natürlich wirkende Kontur formen. Wie stark dieser Effekt ist, hängt vom verwendeten Gel ab.
Womit sind moderne Brustimplantate gefüllt?
Die meisten modernen Brustimplantate sind mit einem Silikongel gefüllt. Dessen Festigkeit variiert je nach Hersteller: Weichere Gele fühlen sich natürlicher an, festere Gele halten die Form stabiler.
Welches Implantat ist das richtige für mich?
Das lässt sich nicht allgemein beantworten. Die passende Wahl hängt von Körperbau, Gewebebeschaffenheit, gewünschter Implantatlage und dem angestrebten Ergebnis ab. Diese Faktoren werden in einem persönlichen Beratungsgespräch gemeinsam abgewogen.